F … Familie
Ein nicht zu unterschätzender Punkt, wenn es darum geht sich pflanzlich zu ernähren. Schließlich will jeder nur das beste fürs Kind – die Mutter, die Angst hat dem Kind könnte es jetzt an allem fehlen ebenso wie die Oma, die dem Kind heimlich Wurst zusteckt. Haben wir zum Glück beides nicht, unsere Familie steht hinter uns und akzeptiert unsere Entscheidung. Wenn ihr euch unsicher seid und euch stundenlange Diskussionen bevorstehen: lest, lest und lest noch mehr, so lange bis ihr allen Kritikern die Stirn bieten könnt. Und vernetzt euch, es hilft wenn man sich nicht alleine fühlt und mit anderen austauschen kann. Bei Facebook gibt es viele Gruppen zu veganer Kinderernährung, und es gibt tolle Seiten wie Tofufamily und All about vegan Families.
Was übrigens oft besser klappt als endloses diskutieren: leckere Gerichte mitbringen und damit alle verblüffen.

… Fische
Nein, Veganer essen natürlich kein Fisch, denn Fische sind intelligente, fühlende Wesen. Sie werden in der Aquakultur grausam zu tausenden auf kleinstem Raum gehalten. Die Überfischung zerstört die Weltmeere und jedes Jahr werden weltweit mehr Fische für die menschliche Ernährung getötet, als alle anderen Tiere zusammen genommen. Und wer mir jetzt mit den gesundheitlichen Vorteilen des Fischkonsums kommt: Fische stecken aufgrund ihrer Aufzucht oft voller Schadstoffen und Bakterien. Und die gesunden Inhaltsstoffe wie Omega 3-Fettsäuren, Jod oder Eiweiß sind auch in Pflanzenölen (z.B. Leinöl), Chia-Samen, Speisesalz, Algen und Hülsenfrüchten enthalten. Wer auf den Geschmack nicht verzichten mag: der Veggie Tuna von Vantastic Food schmeckt – zumindest meiner Meinung nach – dem Original so ähnlich, dass ich ihn nicht essen kann.

… Fitness
Vegan leben und fit sein? Aber klar doch! Bestes Beispiel: Patrik Baboumian, Strongman 2011.
-> Blogempfehlung: Bevegt, ein Blog von zwei Läufern, bei dem sich alles um Sport und vegane Ernährung dreht.

G … Gute Gründe
Es gibt viele gute Gründe auf tierische Produkte zu verzichten: Massentierhaltung und Tierhaltung überhaupt, die niemals artgerecht sein kann, Umweltschutz, Welthunger, unsere Gesundheit und weil Tiere einfach wunderbare, fühlende, intelligente Lebewesen sind, die wir als solche wahrnehmen und schützen sollten.

Bei der Produktion eines Steaks werden 4.000 Liter Wasser verbraucht, für ein Kilo Rindfleisch braucht man 75 gefüllte Badewannen: „Die Folgen des Wasserdursts sind enorm: Wasser wird knapp, die Wasserspiegel sinken. Schon jetzt leben nach Angaben des WWF 2,5 Milliarden Menschen in Gebieten mit Wasserstress. Sie konkurrieren mit der Landwirtschaft um kostbares Süßwasser. Die Fleischproduktion sorgt zudem für eine schlechtere Wasserqualität. Gülle und Kunstdünger für den Futteranbau lassen die Nitrat- und Phosphatbelastung ansteigen, auch Antibiotika-Rückstände aus der Tierhaltung können ins Grundwasser gelangen.“ Dazu kommt noch das Kohlendioxid, das bei der Viehzucht entsteht: die Massentierhaltung ist für den Ausstoß von 18 % aller Treibhausgase weltweit verantwortlich, das ist mehr als alle Autos und Flugzeuge zusammengenommen.

Aber was ist mit der Bio-Tierhaltung, geht es den Tieren da nicht viel besser? Klar, Hühner haben mehr Platz, Kühe dürfen draußen weiden, aber das heißt noch lange nicht, dass es ihnen gut geht und auch sie werden letztlich doch getötet. Auch ein Bio-Hof muss rentabel sein; Hühner werden in viel zu großen Gruppen zusammen gehalten, Kälbchen von ihren Müttern getrennt, männliche Kälber früh geschlachtet. Zudem ist der ethische Aspekt entscheidend: ich möchte nicht dass andere Lebewesen für mich leiden müssen. Deshalb lehnen Veganer alle Produkte die in Zusammenhang mit Tierausbeutung stehen ab: „Es geht nicht um eine Verbesserung der Haltungsbedingungen von Tieren, sondern um eine Abschaffung dieser ausbeutenden Industrie.“ Und diese Industrie hält man auch am Laufenden wenn auf Fleisch verzichtet wird, aber weiterhin Eier, Käse, Joghurt und Co. gegessen werden.

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Wer Fleisch und Tierprodukte isst verschwendet Ressourcen: über 90% der Weltsojaernte und über 50% der Getreide- und Maisernte gehen in die Fütterung der Tiere in der Landwirtschaft. Wie viele Menschen damit ernährt werden könnten! Ich weiß, das ist unrealistisch, aber: „würden alle vegan leben, gäbe es mehr als genug Lebensmittel für die gesamte Weltbevölkerung – mehr als 7 Milliarden Menschen.“ Gerade in den Ländern, in denen die Menschen hungern, werden auf den landwirtschaftlichen Flächen große Mengen an pflanzlicher Nahrung angebaut – um zu uns in die Industrieländer exportiert zu werden, als Mastfutter für Tiere, die wir dann verzehren. Und die billigen Schlachtabfälle ruinieren dann auch noch die Märkte z.B. in Afrika, da die Geflügelzüchter vor Ort ihr Fleisch nicht mehr verkaufen können.

Die Liste der guten Gründe lässt sich ewig weiterführen, aber ich möchte niemanden damit unter Druck setzen – mich selbst eingeschlossen, ich schaffe es auch nicht immer alles hunderprozentig „richtig“ zu machen, vor allem beim Gemüsekind. Aber, und das finde ich wichtig: wir geben unser bestes, für die Tiere, die Umwelt und für unsere Mitmenschen. Und wir verdrängen nicht einfach was es bedeutet Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte zu essen, wie es leider so viele tun. Du musst nicht ab heute vegan leben – aber es wäre schön wenn du über dein Essverhalten nachdenkst. Ich freue mich ehrlich über jeden der sagt, dass er nur noch einmal die Woche Fleisch isst, ganz auf Fleisch verzichtet oder keine Eier mehr kauft – jeder Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Meine Mutter backt gerne mit Sojamehl statt mit Eiern, meine Freundin isst Chili lieber mit Sojagranulat statt mit Hackfleisch und die Oma meines Mannes backt die besten veganen Torten – das sind alles nur kleine Schritte, aber sie sind wichtig. Für mich schließt der vegane Lebensstil übrigens auch ein über mein Konsumverhalten generell nachzudenken: genauso wenig wie ich möchte dass Tiere für mich ausgebeutet werden, möchte ich dass Menschen für meine scheinbaren Bedürfnisse – wie zum Beispiel günstige, angesagte Kleidung – leiden müssen.

… Gelatine
Leider nicht nur in vielen Gummibärchen enthalten, sondern auch in Medikamenten. Zudem werden Säfte, Sekt und Weine leider teilweise mit Gelatine geklärt. In Milchprodukten wie Joghurt, Wackelpudding oder Cremespeisen ist es ebenso oft enthalten. Gelatine wird aus Kollagen, also aus Knochen, Haut und Knorpeln von toten Tieren hergestellt.
Es gibt noch mehr tierische Klärmittel als Gelantine, z.B. Hausenblase (die getrocknete Schwimmblase von Stören oder Welsen, damit für u.a. Guinness geklärt) oder Albumin (wird aus Hühnerei gewonnen). Deklariert werden müssen sie nicht, da sie nur als technische Hilfsmittel gelten und nach dem Produktionsprozess wieder entfernt werden. Und es wird noch komplizierter: Etiketten-Leim kann Casein aus Kuhmilch enthalten. Wer auf Nummer sicher gehen will fragt bei den Unternehmen an.

-> Vebu: Pflanzliche Binde- und Geliermittel
-> Vebu: Übersicht von Herstellern, deren vegane Getränke das V-Label tragen
-> vegetarische und vegane Haribo-Produkte
-> Foodwatch: Wo Ritter Sport, funny-frisch und Co. Tiere verstecken
-> peta2: Einkaufsguide Säfte & Getränke

… Grüne Smoothies
Sind total angesagt – zu Recht, schließlich ist der Nährstoffgehalt in rohem Pflanzengrün besonders hoch und sie versorgen uns mit vielen Vitaminen und Mineralien. Und schmecken auch noch lecker! Ich weiß noch wie ich vor vielen Jahren meinen ersten Grünen Smoothie mit viel zu viel Spinat und viel zu wenig Banane mixte 😉 Aber mittlerweile werfe ich morgens einfach alles zusammen; Feldsalat, Gurke, Avocado, Mango, Apfel, dazu „Superfoods“ wie Chia-Samen und Gerstengraspulver, Datteln, Feigen, Tahin – der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt und mit etwas Übung stimmt dann auch das Ergebnis. Auch das Gemüsekind trinkt gerne von den Grünen Smoothies, zum Glück, denn Spinat und Co. würde er sonst bestimmt nicht roh essen.

-> Grüne Smoothies Rezepte
-> Bevegt: 27 grüne Smoothies ohne Schnickschnack
-> A very vegan Life: Rezepte liebster Bloggerinnen

H … Honig
Auch für Honig werden Tiere ausgebeutet – allein das ist schon ein Grund auf ihn zu verzichten. Die Bienen arbeiten hart für ihren Honig, den sie selbst brauchen, vor allem um in den Wintermonaten zu überleben und krankheitsfrei zu bleiben. Wir sollten unseren Umgang mit den kleinen fleißigen Tieren überdenken, denn wie sagte Albert Einstein schon: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“
Bienenprodukte werden übrigens auch in der Kosmetik genutzt.

-> Taz.de: Vegan sein und Ethik: Ist Honig wirklich verboten?
-> Peta2: 5 Gründe warum Honig nicht vegan ist
-> Utopia: Honig-Alternativen

Filmtipp zur Honig-Herstellung und dem Bienensterben: „More than Honey“

-> Vegan ABC Teil 1

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